Dirigenten & Solisten: Solisten
Bohuslav Matoušek
Bohuslav Matoušek wurde 1949 in Havlíčkův Brod (Böhmen) geboren. Sein musikalisches Talent und die tiefe Neigung zum Werk Bohuslav Martinůs erbte er von seiner Mutter: Vor der Geburt ihres Sohnes wirkte sie am Prager Nationaltheater in einer Aufführung des gesungenen Balletts „Špalíček“ mit. Mit Fünf begann Matoušek mit dem Geigenspiel bei Zdeněk Němec. Ab dem 13. Lebensjahr fuhr er außerdem nach Prag zu Privatstunden bei Jaroslav Pekelský. Mehrmals nahm er an den staatlichen Jaroslav-Kocián-Violinwettbewerben in Ustí nad Orlicí teil (1962 als Gesamtsieger, 1963 und 1966 mit Auszeichnung). Nach dem Abitur setzte er seine Studien an der Prager Musikakademie bei Jaroslav Pekelský und Václav Snítil fort. Zudem besuchte er Meisterkurse bei Arthur Grumiaux und Nathan Milstein. 1970 erhielt er beim Internationalen Violinwettbewerb Tibor Varga in Sion (Schweiz) den Preis der Jury und zugleich ein Stipendium, das ihm das Studium bei Wolfgang Schneiderhan in Luzern ermöglichte.
Schon mit 21 Jahren trat er zum ersten Mal beim Internationalen Festival Prager Frühling auf. Dies brachte ihm viele Angebote zu Auftritten im Ausland ein, die er aufgrund seiner Einstellung zum damaligen Regime nicht wahrnehmen konnte. Im Jahr 1977 erfolgte dann die Einladung des Yoimuri Nippon Symphony Orchestra. Die folgenden zweieinhalb Jahre brachte er als Konzertmeister und Solist in Tokio zu und spielte unter der Leitung von weltbekannten Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Kurt Masur, Zubin Mehta, Leonard Bernstein, Mstislav Rostropowitsch, Dmitrij Kitajenko, Genadij Roschdestwenskij.
Nach der Rückkehr aus Japan 1980 trat er als Primarius ins Stamic-Quartett ein, in dem er 15 Jahre wirkte. Das Quartett erarbeitete in dieser Zeit im In- und Ausland an die 60 Einspielungen, zwei davon wurden mit der begehrten internationalen Auszeichnung Grand Prix du Disque de l′Académie Charles Cros ausgezeichnet. Seither widmet sich Matoušek seiner Laufbahn als Solist und Kammermusiker. So konzertiert er mit dem Gitarristen Petr Seidl, ist Mitglied des Antonín-Dvořák-Klaviertrios und des Bohuslav-Martinů-Klavierquartetts sowie künstlerischer Leiter von Oktett und Sextett der Tschechischen Philharmonie. Ferner arbeitet er seit seiner Studienzeit mit dem Pianisten Petr Adamec zusammen und nahm mit ihm das gesamte Oeuvre für Violine und Klavier von Martinů auf CD auf. Auf großes internationales Interesse stieß auch seine Gesamteinspielung von seinen Werken für Violine/Viola und Orchester mit der Tschechischen Philharmonie unter Christopher Hogwood.
Zudem ist Matoušek als Musikpädagoge tätig. Zurzeit leitet er je eine Violinklasse an der Prager Akademie der Musischen Künste sowie an der Brünner Janáček-Akademie der Musischen Künste. Daneben lehrt er alljährlich an den Sommerkursen im Kloster Zlatá Koruna und betreut mehrere Privatschüler.
Matoušek ist einer der wenigen Preisträger der Silbermedaille der Stiftung Bohuslav Martinů, die u. a Rafael Kubelík, Rudolf Firkušný, Christopher Hogwood, Sir Charles Mackerras und Magdalena Kožená erhielten.
Nun gibt er sein Debüt bei den Essener Philharmonikern.
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