Spielzeit 2011/2012: Sinfoniekonzerte
6. Sinfoniekonzert
Joaquín Turina
„La oración del torero“ für Streichorchester op. 34
Maurice Ravel
„Rapsodie espagnole“
Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47
Der Irrtum, dass Spanien in der Welt der klassischen Musik nur eine Statistenrolle zufällt, ließ sich erst nach dem Ende der Franco-Diktatur, also seit 1975 allmählich ausräumen. Einer der frühesten und einflussreichsten musikalischen Botschafter Spaniens war Jésus López-Cobos, der von 1981 bis 1990 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper im Westteil Berlins war, lange bevor er in gleicher Position am Teatro Real in Madrid wirkte und schließlich als Chefdirigent in Cincinatti seinen Wirkungskreis auch nach Amerika ausdehnte. Mit Joaquín Turinas „La oración del torero“ für Streichorchester erinnert der Dirigent an den aus Sevilla stammenden Komponisten, der außerhalb seiner Heimat allenfalls durch seine Zarzuelas geläufig ist. Und dass Ravel nicht nur ein halber Spanier ist, verrät seine „Rapsodie espagnole“ deutlich. Im Mittelpunkt dieses Programms steht allerdings die 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die von der stalinistischen Zensur als Rückkehr zur Linientreue begrüßt wurde. In den Memoiren des Komponisten liest sich das anders: „Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen. […] So als schlage man uns mit einem Knüppel und verlange dazu: Jubeln sollt ihr! Jubeln sollt ihr! […] Man muss schon ein kompletter Trottel sein, um das nicht zu hören.“
9., 10. Februar 2012, Philharmonie Essen, Alfried Krupp Saal










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