Essener Philharmoniker

Spielzeit 2016/2017: Sinfoniekonzerte

Bohuslav Martinů Konzert für Oboe und kleines Orchester, H 353
Richard Strauss “Ein Heldenleben” – Tondichtung, op. 40

Der Tscheche Bohuslav Martinů, der in Prag u. a. Schüler von Josef Suk war, erhielt 1950 die Bitte des in Australien lebenden tschechischen Oboisten Jir Tancibudek um die Komposition eines Oboenkonzertes. Martinů beschäftigte sich in den nächsten Jahren nicht nur mit der Spielweise dieses Instruments, sondern auch mit Australien. Er verliebte sich in die Idee, dass das Konzert 1956, dem Jahr der Olympischen Spiele in Melbourne, auf dem fünften Kontinent uraufgeführt werden solle – was auch tatsächlich geschah. Mit seinem kantigen Orchestersatz, der neobarocken Thematik und den klaren Formen ist das Konzert ein Musterbeispiel für die neoklassizistische Phase Martinůs. Von olympischen Holzbläserhelden führt das Konzertprogramm zu einem komponierenden Helden: Richard Strauss setzte sich selbst mit seiner Tondichtung ein tönendes Denkmal, getreu seiner Aussage, doch ein “ebenso interessanter Gegenstand der Forschung wie Nero oder Napoleon” zu sein. Und gewiss ist das motivisch genauestens durchgearbeitete Werk eine Großtat des Komponisten. Doch Olympia hin, Heldenleben her – beide Komponisten haben ihre Werke durchaus mit einem Augenzwinkern versehen!